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20.07.2026

Trockene Augen: 12 Ursachen, die Sie selbst beeinflussen können

Trockene Augen sind kein Lifestyle-Problem.

Brennen am Bildschirm, ein Sandkorngefühl beim Aufstehen, paradoxerweise tränende Augen im Wind – fast jede dritte erwachsene Person in Deutschland kennt diese Symptome. Was lange als „kleines Übel“ abgetan wurde, gilt heute in der Ophthalmologie als ernstzunehmende Erkrankung mit eigenem Namen: Keratoconjunctivitis sicca, kurz Sicca-Syndrom oder trockenes Auge.

Die gute Nachricht: Bei vielen Patientinnen und Patienten lassen sich die Beschwerden deutlich lindern, ohne dass es einer komplexen Therapie bedarf. Voraussetzung ist, die Ursachen zu kennen – und davon gibt es überraschend viele. In unserer Sicca-Sprechstunde in Düsseldorf-Derendorf sehen wir die folgenden zwölf Auslöser besonders häufig.

  1. Bildschirmarbeit – die unterschätzte Hauptursache

Beim konzentrierten Arbeiten am Monitor sinkt die Lidschlagfrequenz von normalerweise 12 – 20 pro Minute auf 4 – 6. Der Tränenfilm reißt nach wenigen Sekunden auf, die Augenoberfläche trocknet aus. Wer 6 + Stunden am Tag am Bildschirm sitzt, hat ein bis zu fünffach höheres Risiko für Sicca-Beschwerden. Die 20-20-20-Regel hilft: Alle 20 Minuten 20 Sekunden lang etwas in 20 Fuß (ca. 6 m) Entfernung anschauen und dabei bewusst blinzeln.

  1. Klimaanlage und trockene Heizungsluft

Klimatisierte Büros, Hotelzimmer und Flugzeuge entziehen der Raumluft Feuchtigkeit – die Verdunstung des Tränenfilms steigt. Auch Heizungsluft im Winter wirkt wie ein Föhn auf die Augenoberfläche. Luftbefeuchter mit relativen Luftfeuchten von 40 – 60 % schaffen Abhilfe.

  1. Kontaktlinsen – Tragezeit und Materialien

Lange Tragezeiten, alte Linsen oder ungeeignete Pflegelösungen stören den Tränenfilm. Wer mehr als 8 Stunden täglich Linsen trägt, sollte Tagestragelinsen aus modernem Silikon-Hydrogel bevorzugen und in der Augenarztpraxis prüfen lassen, ob die Linse zur Hornhaut passt.

  1. Medikamente, an die niemand denkt

Antihistaminika (Allergie), Antidepressiva, Betablocker, Diuretika, Hormonpräparate (auch die Antibabypille), Magensäureblocker und Isotretinoin reduzieren die Tränenproduktion. Wenn die Sicca-Beschwerden nach Ansetzen einer neuen Dauermedikation begonnen haben, lohnt das Gespräch mit dem behandelnden Arzt – häufig gibt es Alternativen.

  1. Hormonelle Umstellung

Wechseljahre, Schwangerschaft und Schilddrüsenerkrankungen verschieben das Östrogen-/Androgen-Gleichgewicht. Da die Tränen- und Meibom-Drüsen hormonsensibel sind, treten Sicca-Beschwerden bei Frauen ab 45 deutlich häufiger auf als bei Männern.

  1. Schlafqualität & unvollständiger Lidschluss (nachts)

Bei manchen Menschen schließen sich die Augenlider im Schlaf nicht vollständig. Das nennt sich „Lagophthalmus“ und führt morgens zu massivem Brennen. Eine einfache Schlafmaske oder eine dickere Augengel-Anwendung vor dem Schlafengehen kann den Unterschied ausmachen.

  1. Ernährung – Omega-3 und Vitamin A

Omega-3-Fettsäuren (Lachs, Leinöl, Walnüsse) wirken entzündungshemmend an den Lidranddrüsen. Vitamin A (Karotten, Süßkartoffeln, Eigelb) ist Bestandteil des Tränenfilms. Bei stark einseitiger Ernährung lohnt eine Supplementierung – aber bitte vorher mit dem Arzt absprechen.

  1. Rauchen und passives Mitrauchen

Tabakrauch führt zu oxidativem Stress an der Augenoberfläche und zu chronischer Lidrandentzündung (Blepharitis). Das Risiko für ein moderates bis schweres trockenes Auge ist bei Rauchern bis zu doppelt so hoch.

  1. Autofahren und Lüftung

Frontal aus dem Armaturenbrett blasende Luft trocknet die Hornhaut binnen Minuten aus. Lüftung schräg auf die Beine richten – die Augen werden es danken.

  1. Augen-Make-up und Wimpernverlängerung

Eyeliner direkt am Lidrand verstopft die Meibom-Drüsen, Wimpernkleber kann allergische Reaktionen am Lid auslösen. Mascara und Lidschatten am Abend immer vollständig mit ölfreiem, augenärztlich verträglichem Reiniger entfernen.

  1. Nach Augenlaser-Operationen

LASIK, SMILE-Pro und TransPRK können vorübergehend zu trockenen Augen führen, weil dabei kleine Nerven der Hornhaut durchtrennt werden. Die Beschwerden lassen meist nach 3 – 6 Monaten deutlich nach – modernes intra- und postoperatives Management mit Tränenersatz und ggf. IPL beschleunigt die Erholung.

  1. Allgemeinerkrankungen

Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis, Lupus, Hashimoto und insbesondere das Sjögren-Syndrom haben das trockene Auge als Begleitsymptom. Wenn neben den Augen auch Mund, Vagina oder Gelenke trocken oder schmerzhaft sind, sollte rheumatologisch abgeklärt werden.

Wann sollten Sie zum Augenarzt?

  •       Beschwerden bestehen länger als 4 Wochen.
  •       Sehleistung schwankt im Tagesverlauf oder ist verschwommen.
  •       Augen schmerzen morgens beim Aufwachen.
  •       Tränenersatzmittel aus der Apotheke helfen nicht mehr.
  •       Sie tragen Kontaktlinsen und vertragen sie plötzlich schlechter.

Häufige Fragen

Hilft mehr Trinken gegen trockene Augen?

Etwas – aber begrenzt. Wenn der Körper insgesamt dehydriert ist, leidet auch der Tränenfilm. Sobald Sie ausreichend trinken (1,5 – 2 l pro Tag), bringen weitere Flüssigkeitsmengen keinen zusätzlichen Effekt.

Sind teure Augentropfen besser?

Nicht automatisch. Entscheidend ist die Zusammensetzung: konservierungsmittelfrei, mit Hyaluron oder Lipid-Anteil, passend zur Tränenfilm-Schicht, die fehlt. Eine gezielte Diagnostik (Schirmer-Test, Tränenfilm-Aufrisszeit, Meibographie) zeigt, welcher Tropfen wirklich passt.

Kann ein trockenes Auge die Hornhaut beschädigen?

Ja. Bleibt das trockene Auge unbehandelt, drohen Hornhautepithelschäden, Entzündungen und im Extremfall narbige Veränderungen. Eine frühzeitige Behandlung ist nicht „Komfort“, sondern Hornhautschutz.

Helfen warme Kompressen wirklich?

Ja, sofern eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MGD) vorliegt – also die Lipidschicht des Tränenfilms gestört ist. Bei rein wässrigem Mangel sind warme Kompressen weniger wirksam.

Termin in der Lumedico Augenklinik

Wenn Ihre Augen länger als vier Wochen brennen, jucken oder schnell ermüden, lohnt sich eine gezielte Sicca-Diagnostik. In unserer Sicca-Sprechstunde in Düsseldorf-Derendorf untersuchen wir Tränenfilm und Meibom-Drüsen mit modernster Diagnostik (OSDI, Tränenfilm-Aufrisszeit, Meibographie) und stellen Sie auf eine Therapie ein, die wirklich passt – von individualisierten Tränenersatzmitteln bis zur IPL-Behandlung. Termin online buchen oder anrufen.

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