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19.07.2026

Grüner Star Symptome: Warum 50 % der Patienten zu spät kommen

Warum Grüner Star so heimtückisch ist

Weltweit ist das Glaukom – im Volksmund Grüner Star – die zweithäufigste Erblindungsursache. In Deutschland leben Schätzungen zufolge mehr als eine Million Menschen mit dieser Diagnose, eine ähnlich große Zahl ahnt nichts davon. Der Grund ist tückisch: Glaukom verursacht in der Anfangsphase keine Schmerzen und keine Sehverschlechterung im Alltag. Der Sehnerv wird langsam und meist über Jahre hinweg geschädigt – ist der Schaden einmal eingetreten, ist er nicht reparabel.

Die gute Nachricht: Wer früh diagnostiziert wird, hat heute mit einem breiten Spektrum aus Augentropfen, Selektiver Laser-Trabekuloplastik (SLT) und minimalinvasiver Glaukomchirurgie (MIGS) sehr gute Chancen, die Sehkraft lebenslang zu erhalten. Entscheidend ist, dass Sie die Warnzeichen kennen – und die Risikofaktoren, die eine Vorsorge dringend machen.

  1. „Tunnelblick“ – Verlust des Gesichtsfeldrandes

Das klassische Spätsymptom. Wer bei der Autobahnauffahrt plötzlich Fahrzeuge übersieht, im Treppenhaus an Wände stößt oder Bälle beim Sport erst spät bemerkt, hat möglicherweise schon einen erheblichen Gesichtsfeldverlust. Da unser Gehirn die fehlenden Bereiche „auffüllt“, wird der Verlust selten bewusst wahrgenommen.

  1. Häufiges Stolpern und Stürzen

Wenn der untere Gesichtsfeldrand betroffen ist, übersehen Patient:innen Bordsteine, Stufen und Hindernisse am Boden – und stürzen. Vor allem bei älteren Menschen mit unklarer Sturzhäufigkeit lohnt eine Glaukom-Abklärung.

  1. Schwierigkeiten beim Wechsel zwischen hellen und dunklen Räumen

Sie kommen aus dem Sonnenlicht in einen Tunnel oder ein dunkles Restaurant und brauchen ungewöhnlich lange, bis Sie etwas erkennen? Eine verzögerte Dunkeladaption gehört zu den frühen Glaukom-Hinweisen.

  1. Sehverschlechterung, die durch eine neue Brille nicht behoben wird

Wenn Optiker und Augenarzt sagen, „die Werte stimmen“, die Sehleistung sich aber subjektiv verschlechtert – Vorsicht. Glaukom betrifft nicht primär die Sehschärfe in der Mitte, sondern Kontrast und Gesichtsfeld; deshalb hilft eine neue Brille nichts.

  1. Augenrötung, Schmerzen, Übelkeit (akuter Glaukomanfall)

Der akute Engwinkelglaukom-Anfall ist ein Notfall: einseitige starke Augenrötung, Sehnebel, harter Augapfel, starke Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sofort in eine Augenklinik – innerhalb weniger Stunden droht irreversible Erblindung.

  1. Halos / farbige Ringe um Lichtquellen

Erhöhter Augeninnendruck führt zu einer leichten Hornhautquellung – Lichtquellen erscheinen mit Regenbogen-Ring. Vor allem morgens beim Aufstehen ein Warnzeichen.

  1. Müde, „angestrengte“ Augen ohne klare Erklärung

Unspezifisch, aber in Kombination mit den anderen Symptomen ernst zu nehmen.

Risikofaktoren – wer sollte besonders aufmerksam sein?

  • Alter ≥ 40 Jahre.
  • Glaukom in der Familie (Eltern, Geschwister) – das Risiko steigt um den Faktor 4 – 9.
  • Hohe Kurzsichtigkeit (Myopie > -5 dpt).
  • Hohe Weitsichtigkeit / flacher Kammerwinkel (Engwinkel-Risiko).
  • Diabetes mellitus, niedriger Blutdruck, Schlafapnoe.
  • Längere Cortison-Therapie (Tropfen, Inhalation, systemisch).
  • Migräne, Raynaud-Syndrom (vasospastische Veranlagung).
  • Afrikanische oder asiatische Abstammung (genetisch erhöhtes Risiko).

Vorsorge: Was wir empfehlen

  1.     Ab 40 Jahren: 

 Glaukom-Vorsorge (Augeninnendruckmessung + Sehnervenkontrolle).

  1.     Bei familiärer Vorbelastung oder Risikofaktoren: jährlich.
  2.     Bei bekanntem Glaukom: 2 – 4 Kontrollen pro Jahr inklusive OCT (optische Kohärenztomografie) und Gesichtsfeldperimetrie.
  3.     Bei Verdacht: 24-Stunden-Druckprofil, Pachymetrie, Vorderabschnitt-OCT.

In unserer Augenklinik in Düsseldorf-Derendorf bieten wir ein vollständiges Glaukom-Diagnostik-Paket inklusive HRT- und OCT-Untersuchung des Sehnervs sowie computergestützter Gesichtsfeldmessung.

Häufige Fragen

Tut die Glaukom-Vorsorge weh?

Nein. Die Druckmessung dauert wenige Sekunden und ist mit moderner kontaktloser Tonometrie absolut schmerzfrei. OCT- und Sehnerven-Aufnahmen sind ebenfalls berührungslos.

Was kostet die Glaukom-Vorsorge?

 

Die augenärztliche Untersuchung mit Druckmessung ist häufig eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und liegt – je nach Untersuchungsumfang – bei 25 – 60 €. Bei begründetem Verdacht oder bestehender Diagnose übernimmt die Krankenkasse alle medizinisch notwendigen Untersuchungen.

Kann ich Glaukom durch gesunden Lebensstil verhindern?

 

Sie können das Risiko senken: regelmäßiger Ausdauersport (gesicherter Effekt), gut eingestellter Blutdruck und Blutzucker, kein Rauchen. Vollständig verhindern lässt sich Glaukom aber nicht – die Vorsorge bleibt entscheidend.

Macht Glaukom blind?

 

Unbehandelt: ja. Mit moderner Therapie wird die Sehkraft in den meisten Fällen lebenslang erhalten – Voraussetzung ist die rechtzeitige Diagnose. 

 

Termin in der Lumedico Augenklinik

Sind Sie 40 Jahre oder älter und kommt Glaukom in Ihrer Familie vor? Vereinbaren Sie eine Glaukom-Vorsorgeuntersuchung in unserer Augenklinik in Düsseldorf. Wir nehmen uns Zeit für eine vollständige Sehnerven- und Druckdiagnostik – online buchbar oder telefonisch.

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